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Google Maps wird neuer Reise-Assistent am Zürich HB.
NadineM
Moderator
‎16.09.2016 08:45
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160916_Google_1200x675.jpgDer sogenannte «Trolley » von Google im Einsatz: Die Erstellung der 360° Bilder im Zürich HB ist Massarbeit.

Google Maps bildet ab Mitte September den Zürich HB detailliert ab. Neu sind beispielsweise einzelne Stockwerke und alle Shops erkenn- und auffindbar. Mittels Google Street View können sich Reisende zudem rasch auf dem Smartphone im Zürich HB orientieren und Wege finden oder den Bahnhof künftig bequem von zu Hause aus via PC erkunden. Die Orientierung und Reiseplanung wird somit rund um den Zürich HB vereinfacht.

Sven Tresp und sein Team sind bei Google verantwortlich für die Street-View-Aufnahmen in ganz Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. Das Team ermöglicht so virtuelle Ausflüge entlang von Wanderwegen, auf Skipisten und Schlösser, dem Aufstieg zum Mont Blanc, Hochhäuser und vielem mehr. Im Interview erzählt er, welches die Besonderheiten bei den Aufnahmen am Zürich HB waren.

Sven Tresp, ist der Zürich HB der erste Bahnhof, den Google für Street-View respektive Google Maps kartographiert? Welches Ziel verfolgt Google damit?
Sven Tresp: Der Zürich HB ist der erste Bahnhof in der Schweiz, der in dieser Form mit Google Maps Diensten ausgestattet wird, zusammen mit dem Bahnhof Winterthur. Und es freut uns sehr, dass wir dank der Zusammenarbeit mit der SBB an diesem meist frequentierten Bahnhof der Schweiz den Passagieren und Google Maps Nutzern die 360° Street View Bilder und verbesserte Standortinformationen auf Google Maps bieten können. Wir denken, dass der Bedarf an dieser Dienstleistung bei den Reisenden gross ist, da wir auch in anderen Ländern immer wieder feststellen, dass sich Menschen eben auch besonders in grösseren Gebäuden, wie einem grossen Bahnhof über digitale Kanäle orientieren möchten. Immer mehr Menschen setzen bei ihrer Reisplanung auf Online-Dienste wie Google Maps oder Street View, eben auch im Inneren von Gebäuden. In einem riesigen Bahnhof wie dem Zürich HB geht es häufig um die Suche nach dem schnellsten Weg zum Billettschalter oder zum Abfahrtsgleis oder aber auch darum, einen bestimmten Shop im Inneren des Gebäudes zu finden. Hierbei können diese Dienste sehr gezielt assistieren. Das Thema «Barrierefreiheit» ist hierbei auch ganz bedeutend, wenn man beispielsweise an Personen mit Rollstuhl oder einem Kinderwagen denkt. Sie wollen rasch die besten Wege finden, die Ihren Bedürfnissen gerecht werden.

Wie waren die Arbeiten? Was ist das besondere bei den Aufnahmen an einem Bahnhof?
Aufnahmen in einem Bahnhof sind eine besonders spannende Angelegenheit, da man hierbei eine Aussenwelt, die Stadt, mit dem Inneren eines Gebäudes verbindet, mit all den Elementen, die hier zusammenführen. Dazu gehören die Gleise aber eben auch eine Vielzahl von Geschäften, Restaurants, Bars, Kiosks und andere Angeboten, die von vielen Menschen frequentiert werden. Das ist eigentlich eine kleine Stadt für sich. Und es sind an einem Bahnhof, wie dem Zürich HB, eben sehr viele Wege, die man auf den verschiedenen Ebenen mit dem Street-View-Trolley für die Aufnahmen zurücklegen muss. Und selbstverständlich wurden wir während den Aufnahmen von interessierten Passanten gefragt, wie die Technologie für die 360° Bilder funktioniert und wann und wo die Aufnahmen verfügbar sein werden.

Wie geht Google vor, um die Anonymität der Menschen im Bahnhof zu wahren?
Bei Google arbeiten wir jeden Tag hart daran, das Kartenmaterial auf Google Maps für Nutzer noch weiter zu verbessern. Genau wie bei den Aufnahmen mit anderen Street-View-Fahrzeugen, ob mit Auto, Trike, Trekker oder gar mit dem Schneemobil, gilt auch bei diesen Trolley-Aufnahmen hier im Bahnhof, dass wir die oberste Priorität auf den Schutz der Privatsphäre legen. In einem standardisierten Prozess machen wir auf allen Aufnahmen Gesichter und Autokennzeichen vor der Veröffentlichung unkenntlich. Zudem freut uns, dass dieser Prozess dank der selbst lernenden Verwischungstechnologie immer genauer wird. Und falls Schweizer Nutzer doch einmal wünschen, dass spezifische Objekte unkenntlich gemacht werden, können sie jederzeit auf «Bild unkenntlich machen» in der unteren Ecke des Bildes klicken und direkt mit Google in Kontakt treten, um uns über mögliche Änderungen und Aktualisierungen zu informieren. Generell sehen wir, dass Schweizerinnen und Schweizer das Angebot von Street View zur Orientierung sehr schätzen.

160916_Googl2e_1200x675.jpgAussenwelt und Innenwelt verbinden sich: Eine spannende Herausforderung bei den Google-Aufnahmen am Zürich HB.

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit mit der SBB und die Möglichkeit des Ausbaus des digitalen Angebots für Reisende in der Schweiz?
Wir freuen uns, wenn ab diesem Monat das neue Online-Angebot rund um den Zürich HB auf Google Maps genutzt werden kann. Dank der Zusammenarbeit mit der SBB können die Bilder aber in Zukunft nicht nur auf Google Maps, sondern von SBB Kunden auch auf SBB Applikationen wie «Mein Bahnhof» genutzt werden.

Hier geht’s zur Street View Zürich HB.