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Elektroauto billiger also Zugfahren?

Reisende/r (Bronze)
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Wir suchen nach einer Möglichkeit, unser Ausflüge möglichst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen, haben aber Mühe eine vernünftige Lösung zu finden. Vielleicht hat hier jemand eine gute Idee?

Die Motivation dazu kommt aus verschiedenen Gründen: 1) weniger CO2 Ausstoss als mit unserem Auto, 2) bessere Nutzung der Reisezeit als beim Autofahren. Die Nachteile des öffentlichen Verkehrs sind: 1) längere Reisezeiten, 2) weniger Komfort während der Reise und 3) grössere Unannehmlichkeiten wegen Verspätungen oder vollen Zügen.

Das Komfortproblem lässt sich mit der 1. Klasse lösen. Abschreckend sind jedoch die Preise: Für eine Tageskarte 1. Klasse zahlt man CHF 127 pro Person. Das Ausflugsabo 20 für CHF 1520 reduziert die Tageskarte auf CHF 76. Dies ist vor allem deshalb interessant, weil die Billette vieler unserer Ausflüge zwischen CHF 70-100 kosten. Auf der anderen Seite ist dies natürlich immer noch sehr viel teurer als die CHF 14.55, die ein Paar pro Tag und Person mit GA DUO zahlt. Das einzige Angebot für Kunden, die jährlich an 50-60 Tagen abwechselnde Strecken bereisen, sind zwei Ausflugsabos. Dann zahlt man CHF 68-76 pro Tageskarte. Dies ist immer noch 5 Mal so teuer als das GA pro Tag.

Wir wohnen auf dem Land, und brauchen sowieso ein Auto: für die Einkäufe, oder um bei Randzeiten zum nächsten Bahnhof zu kommen. Unser Auto hat jährliche Fixkosten von CHF 4500, und CHF 0.13 pro Kilometer (wir haben ein älteres, aber zuverlässiges Auto, daher ist es relativ günstig). Dies führt zu Kosten von CHF 5280 pro Jahr für 6000 km. Dies entspricht der Schätzung des TCS für Jahresgesamtkosten eines kleinen Autos. Ansonsten sind wir vor allem zu Fuss oder per Velo unterwegs. Falls wir ein Ausflugsabo 20 kaufen und CHF 800 budgetieren für sonstige SBB Billette/Park+Rail, sind unsere totalen jährlichen Transportkosten also CHF 9120.

In Zeiten des Coronavirus gibt es nun auch das Gesundheitsrisiko. Das Schutzkonzept des öffentlichen Verkehrs und dessen Umsetzung durch die Mitreisenden empfinde ich als bedenklich, weil fast niemand Schutzmasken trägt. Zusätzlich ist nicht klar, wann und für wie lange der Bund Ausflugsreisen per Bahn wieder empfehlen wird (im Moment, 23.5.2020 #StayAtHome #BleibZuhause, wird davon ja noch abgeraten).

Die Alternative wäre der Kauf eines Elektroautos, dessen CO2 Belastung nicht sehr viel grösser ist als die Bahn- plus Busbenutzung. Um die Reisezeit besser zu nutzen würden wir im Auto Podcasts hören. Das gemeinsame Hören von Podcasts im Auto funktioniert sehr gut, nimmt dem Autofahren die Langeweile, und erlaubt auch private Diskussionen, die in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich sind. In einem Auto sind die Verspätungen wegen Stau sind insgesamt kleiner als im öffentlichen Verkehr, die schnell mal 60 Minuten ausmachen können. Im Schnitt ist für uns die Reisezeitersparnis im Auto an unsere Hauptreiseziele um die 30% gegenüber dem öffentlichen Verkehr. Zudem besteht kein Risiko, sich während der Reise mit SARS-CoV-2 anzustecken, oder dass die Tageskarten des Ausflugsabo wegen einer zweiten Corona-Welle nicht genutzt werden können.

Je nach Rechnung, Amortisationszeit etc kostet ein neues Elektroauto mit Reichweite grösser als 350km um die CHF 8000-10000 pro Jahr (TCS Schätzung ist CHF 9148 für ein Tesla Model 3), alles einbegriffen, inklusive 15000 Jahreskilometer. Dies würde unser Bedürfniss an Ausflügen gut abdecken. Diese Kosten sind also ähnlich wie bei dem Auto mit 6000 Jahreskilometer plus einem Ausflugsabo 20.

Wenn man dann noch einrechnet, dass man mit dem Elektroauto auch Gäste mitnehmen kann, dann sieht das Elektroauto sehr preiswert aus. Wir bekommen pro Jahr ein paar Besuche aus dem Ausland. Pro Person kostet ein 3 Tagesbillett 1. Klasse CHF 424. Diese Kosten fallen mit einem Elektroauto nicht an. Mit drei internationalen Gästen pro Jahr erhöhen sich die Transportkosten Auto+Ausflugsabo insgesamt auf CHF 10392.

Zusammenfassung Jahreskosten:
Auto 6000km + Ausflugsabos  = CHF 10392
Elektroauto 15000km  = CHF 9148

Ein neues Elektroauto für unsere Situation kostet also weniger, als ein kombinierter Gebrauch von einem kleinen Auto plus öffentlichen Verkehrsmittel. Die geschätzten Kostenersparnisse sind in unserem Fall CHF 1244 pro Jahr.

Mit der 2. Klasse kann man den Preis der Option mit den öffentlich Verkehrsmittel auf etwa CHF 8200 drücken. Das heisst man würde nur CHF 1000 pro Jahr weniger zahlen verglichen mit einem komfortablen Elektroauto. Andererseits ist die 2. Klasse fast CHF 2000 teurer als die CHF 6450 die wir für 15000 Jahreskilometer mit unserem jetzigen Auto zahlen würden.

Ich weiss nicht, ob wir hier einen Denkfehler machen. Wenn ja, dann bitte ich um einen entsprechenden Hinweis. Gibt es Angebote des öffentlichen Verkehrs, die wir nicht berücksichtigt haben? Ansonsten scheint die Entscheidung auf Grund dieser Zahlen ziemlich klar Richtung Privatauto zu zeigen, oder? Es ist erstaunlich, dass nach mehr als 30 Jahren Klimadiskussion, das Privatauto immer noch die billigste Art des Reisens ist in der Schweiz...

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Reisende/r (Bronze)
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Ich kann dir hier, ohne deine gesamte Anfrage gelesen zu haben, folgendes sehr empfehlen:

Weshalb nicht einfach beides äusserst kostengünstig kombinieren? SBB Greenclass: https://www.sbb.ch/de/abos-billette/abonnemente/greenclass.html

 

 

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Reisende/r (Bronze)
@anglosuisse SBB Greenclass ist übrigens günstiger als deine Rechnung 🙂
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Vielfahrer/in
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Hallo @anglosuisse 

Ich bin nicht sicher, worauf du hinauswillst. Geht es dir wirklich nur um einen Kostenvergleich? Dann können Argumente zu Bequemlichkeit, Sicherheit, Verfügbarkeit, Pünktlichkeit nichts dazu beitragen. Für den Entscheid, ein Elektroauto zu erwerben, spielen diese Gründe natürlich schon eine Rolle. Aber deine Frage zielt ja nur auf den finanziellen Aspekt.

Zu den Kosten:
Neben dem Ausflugsabo gibt es ja auch noch: Spartageskarten, Sparbillette, und ev. Gemeindetageskarten etc. Diese sind natürlich schwerer zu kalkulieren. Aber dass sogar noch Gäste aus dem Ausland in die Kostenberechnung einbezogen werden finde ich schon etwas gesucht.

Hat man schon genug Langzeit-Erfahrungen sammeln können um mit Durchschnittswerten betreffend Amortisation (Wiederverkaufswert?) und Unterhalt (Batterieersatz?) rechnen zu können? Wie gross sind die Bandbreiten bei diesen Durchschnittswerten, die sich unter Umständen entscheidend zu Gunsten oder zu Lasten der Elektromibilität auswirken können?

Zur Umweltbelastung:
Faktisch würde ein Benzin-Auto durch ein CO2-ärmeres Auto ersetzt. Die Bahn fährt genau gleich weiter, einfach mit 1 bis 4 Passagieren weniger.

Nach einer neuen Studie (2019) ist die Art der verwendeten Energie massgebend, wie klimafreundlich ein Elektroauto ist. Sogar mit Ökostrom wird des E-Mobil erst ab rund 40'000 Kilometern klimafreundlicher. Mit dem Euro-Strommix dauert es noch wesentlich länger.

https://www.elektroauto-news.net/2019/oekostrom-amortisiert-klima-rucksack-nach-40000-km

Eine bessere Ökobilanz hat das Car-Sharing. Denn jedes Privat-Fahrzeug ist ja vor allem ein Stehzeug (bei z.B. 15'000 km/Jahr steht es während rund 97% des Jahres ungenutzt herum). Wenn es geteilt wird, dann erhöht sich die Laufleistung und kann damit das CO2-Defizit, das bei der Herstellung entstanden ist, schneller herausfahren.

Ob deine Mobilitätskosten mit ÖV + Benzin-Auto oder in Zukunft mit nur mit eine. Elektroauto tiefer sein werden, lässt sich im Voraus nicht exakt berechnen. Die Kostenfrage trägt somit nichts zur Entscheidfindung bei.

Ich habe den Eindruck , dass dein Herz/Bauch sich schon für das Elektroauto entschieden hat. Das merkt man zwischen den Zeilen und an den vielen "nicht-finanziellen" Argumenten, die fast alle pro Elektro-Auto sprechen.

Schön, dass du dir so viele Gedanken machst. Ich bin gespannt, wofür du dich am Schluss entscheidest / entschieden hast. 

Gruss, Reto